Sanieren komplett von A bis ZNachdem die Gebäude der Schelling jahrelang unter Verwaltung des Studentenwerks vor sich hinrotteten, war für uns klar: Wenn`s klappt mit dem Kauf müssen wir sanieren. Die Sanierung sollte natürlich finanzierbar sein. Dazu wurde von Anfang an viel Eigenleistung eingeplant:Jeder muss mit anpacken! Im ersten Sommer nach dem Kauf ging´s dann auch gleich los: Mit Hilfe der Freireisenden wurden in der Sommerbaustelle die grundlegensten Sanierungsmaßnahmen an den drei Gebäuden in Angriff genommen. Am alten Kasernengebäude war das vor allem das Dach und die Fassade, in den Hinterhäusern der Bau von Balkonen und Wintergärten um die Wohnatmosphäre zu verbessern. Erst musste ein Baugerüst errichtet werden um an das sanierungsbedürftige Dach überhaupt heranzukommen. Es war mittlerweile an manchen Stellen undicht geworden und musste komplett neu gemacht werden. Eine bessere Isolierung und die Verwendung von Ökologischen Baumaterialien standen dabei im Vordergrund. FassadeEin weiteres Großprojekt stand uns mit der Fassade bevor. Zu allererst musste das Riesengebäude mit Dampfstrahl behandelt werden, um die alte Farbe zu entfernen. Dann mussten Risse und kaputter Gips ausgebessert werden, um den Grund für den neuen Anstrich zu ebnen. Bei warmem Wetter konnte es dann losgehen: Alle Schellings rauf aufs Gerüst und fleißig den Pinsel geschwungen. Malergeselle Friedrich gab uns die richtigen Anweisungen, auch wenn wir zu Beginn seinen hohen Ansprüchen nicht immer gerecht werden konnten. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, oder wie in diesem Fall den Gesellen.
Schließlich haben wir den Anstrich fertig bekommen. Dieser dient als Schutz vor Feuchtigkeit sowie dem Erhalt der Bausubstanz und somit dem Denkmalschutz. Wohnlichkeit statt Wohnheim - Umbau der HinterhäuserDie Hinterhäuser sollten ebenso von der Sanierung profitieren. Ist doch der Wohnraum in diesen Häusern eher eng kalkuliert und wurde vom Studentenwerk vor allem auf seine Lukrativität konzipiert. Auf Gemeinschaftsflächen wurde bis auf die Küche verzichtet. Im Zuge der Sommerbaustelle wurden die WGs von 7 auf 6 WG-Zimmer reduziert und dadurch ein Wohnzimmer geschaffen. Zudem erhielt jede Hinterhaus-WG einen Balkon, bzw. im Erdgeschoss einen Wintergarten. Natürlich wurde auch hier tatkräftig in Eigenleistung und mit Hilfe der Freireisenden angepackt. Das schnöde GeldEigenbeteiligung und Freireisende hin oder her, Sanieren kostet Geld. Und zwar eine ganze Menge. Die Sanierung wird uns bei ihrer Fertigstellung knapp 800.000 Euro gekostet haben. Wer kann das bezahlen? Wir alleine sicher nicht. Die Finanzierung dafür baut daher, wie das Gesamt- Finanzierungskonzept der Schelling auch auf verschiedenen Säulen auf. Ein Teil der Maßnahmen werden vom Denkmalamt bezuschusst bzw. getragen. Für einen anderen Teil gibt es günstige Kredite bei der Kfw- Förderbank. Es gibt außerdem Kredite bei der GLS Gemeinschaftsbank, die durch die Bürgschaften abgesichert sind.
Rund 400.000 Euro haben wir von privaten Unterstützern erhalten durch sog. Direktkredite.
Der Rest finanziert sich über "normale" Kredite bei der Bank, sogenannte Grundschuldkredite.
Immer wieder gern erhalten wir Unterstützung von öffentlichen Stiftungen. Eine große Freude war die Zusage der Landesdenkmalstiftung über einen Zusschuss in Höhe von 80.000 Euro für die Sanierungsmaßnahmen im Denkmalschutz.
Eine weitere Überraschung war der "Lokale Agenda Förderpreis" der Stadt Tübingen, mit dem wir unsere Food Coop voran bringen können.
Zum Thema Food Coop wird es auf dieser Seite bald mehr Infos geben.
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